Maelstrom – Tanger EP

Es war einmal ein junger Franzose, der im zarten Alter von 13 Jahren einen kleinen Club in seiner Heimatstadt Nantes entdeckte, der French Touch House und Detroit Techno spielte. Er war so verzaubert von der Musik und der Vorstellung, alles mit einem Sampler und einer Drum Machine machen zu können was das Herz begehrt, dass er begann, jedes Wochenende dort aufzukreuzen und unter der Woche sein Taschengeld für Platten auszugeben. Doch eines Tages hatte er genug vom bloßen Dasein als Konsument – er wollte selber produzieren.

Und so begann er mit verschiedenen Projekten, die schon früh sein Talent in einem breiten Spektrum von Musikrichtungen erkennen ließen: Ob Disco, Dubstep oder Electro – er war überall hervorragend. Ein Dutzend Jahre lang schulte er seine Fähigkeiten und spielte unter verschiedenen Namen auf illegalen Raves der französischen Electro-Szene der späten 90er. Bis er schließlich auf das Pseudonym „Maelstrom“ kam – und genau dieses sollte ihm den absoluten Erfolg bringen.

Denn nur wenige Jahre später entdeckten zwei gute Feen seine außerordentlichen Fähigkeiten. Zunächst Phra von den Crookers. Er brauchte eine Durchstarter-EP für sein frisch geborenes Label „Lucky Beard Recordings“. Simsalabim: Maelstrom + Donovans = I need. Nun kam das Volk nicht umhin, über Maelstroms Produktionen zu stolpern. Die versprachen auch noch, besser als je zuvor zu werden, da er sich in seiner neuen Hütte einen Kräuterkeller zulegte, der ihm ermöglichte, nach Belieben die besten Beat-Kreationen zusammenzumixen. Das Track-Paket was dort entstand, schickte er an die zweite Fee: Mister Ridha.

Und so kam es, dass er am nächsten Tag eine frohe Botschaft erhielt während er nichts ahnend in einer Bar bei einem Kaffee saß: Boys Noize ließ ihm mitteilen, er würde seine Tracks lieben. Statt des Kaffees orderte Maelstrom deshalb einen Champagner und freute sich des Lebens. Und wenn er nicht gestorben ist, dann produziert er auch noch heute.

Tja, das Kerlchen ist zum Glück noch nicht gestorben und beglückt uns daher mit der „Tanger EP“, die am 27. November auf BNR Trax erschien.

Dazu gehören die drei bzw. vier Banger „Draggin“ (welcher die meiste positive Resonanz erntet), „La Sheitan“ (der eins zu eins wie ein Canblaster-Track klingt – in ihrem Stil scheinen sich die Franzosen also einig zu sein; wurde vor kurzem außerdem in den 10 Must Hear Indie/Nu Disco Tracks auf Beatport gefeatured) und „Tanger“ (den es auch nochmal im BNR Edit gibt). Dieses Edit ist meiner Meinung auch der clubtauglichste Track unter den vieren, wobei ich sehr gespannt bin, wie dort die restlichen ankommen werden. Bis jetzt habe ich die Produktionen nämlich bloß zuhause ausprobiert, und fand es vor allem bei Maelstroms Stil perfekt, jede einzelne Feinheit in seinen Produktionen ganz in Ruhe genießen zu können.

Jedenfalls hoffe ich, dass Maelstrom sich in Zukunft öfter Champagner gönnen kann, denn „Tanger“ reiht sich brav in die Reihe der starken BNR Trax Releases ein.

Maelstrom – Draggin

Maelstrom – La Sheitan

Maelstrom – Tanger

Maelstrom – Tanger (BNR Edit)

BeatTalk

LOUISAHHH!!! @ Gretchen Berlin am 27.07.2013 (inkl. 3×2 GL) sagt:

[…] ans Herz legen möchte. Das gute Stück wurde von Maelstrom in Paris produziert – und wer Maelstrom kennt, der wird wissen, dass es nicht viele gibt, die solch einen kantig-herzhaften Techno schaffen […]

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