Exklusiv: Interview mit dem Bootshaus-Booker U Lee

Die Location in Köln, an dem sich eine ganze Reihe nationaler und internationaler Künstler wie The Bloody Beetroots, Moonbootica, Tom Novy, Steve Aoki, DJ Hell, Fake Blood, Felix Da Housecat, David Guetta, Moguai, Turntablerocker, The Crookers uvm., die Klinke in die Hand geben um dem tanzwütigem Publikum einzuheizen. Direkt unter der Zoobrücke liegt idyllisch zwischen Rheinpark und Mühlheimer Hafen eine Location, die sich in den letzten 2 Jahren zu einer der Top-Eventlocations in Köln entwickelt hat: Das Bootshaus! – Kurz bevor Steve Aoki letzten Freitag anfing, den Laden in Schutt und Asche zu zerlegen, nahm sich einer der Manager Zeit für uns, um ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern. Wir haben uns mit U Lee, der sich hauptsächlich um die Bookings, PR, Show und Decko im Bootshaus kümmert, unterhalten.

Was hat deiner Meinung nach das Bootshaus für einen Stellenwert im Sektor?

– Der Stellenwert hat sich über die Jahre einige Male geändert. Vor einigen Jahren war der Club bei der Masse einfach gehypt, im speziellen wegen Muschiclub und Loonyland – dann hat sich der Ruf etwas verschlechtert als die Muschi Party nachgelassen hat. Wahrscheinlich war einigen Leuten nicht genug Substanz hinter der generellen Ausrichtung des Clubs. Aber seit 7-8
Monaten ist das Programm wieder komplett anders, denn wir sind erst seit 01. Januar 2010 die neuen Betriebsleiter.

Seitdem ist der Laden halt wieder ein totaler Musikclub geworden und langsam erarbeitet man sich den Respekt zurück den man am Anfang hatte. Die Leute merken, dass bestimmte DJ’s nur hier spielen und vielleicht noch in einem anderen Club im Sektor. Aber da muss man halt ein wenig
geduldig sein, weil durch die Vergangenheit, wie gesagt, die Leute teilweise das Vertrauen verloren haben aber ich bin sicher das es nur noch 3-4 Monate dauern, dann hat man das Vertrauen von den meisten wieder. Deswegen sind auch noch einige Überraschungen für 2010 geplant.

Welche Partyreihe gefällt dir persönlich besonders gut?

– (kriegt diesen Ausdruck, wie man ihn nur von frisch gewordenen Vätern kennt, die über ihr Kind philosophieren) Klar, natürlich die Loonyland, weil sie mein Baby ist – die gibt es ja jetzt auch schon 7 1/2 Jahren – da haben wir einfach so viel Zeit und Arbeit investiert, außerdem ist es die Abwechslungsreichste: Decko, Visuells, Performer mit durchgeknallte Kostümen, sehr ungewöhnliche
Bookings die man nicht gerade oft im Sektor erleben darf und vieles mehr.

Was macht denn aus deiner Sicht das Bootshaus so besonders?

– Das es eigentlich sehr groß ist aber nicht wie eine Großraumdisco wirkt, weil’s halt ’n bisschen abgefuckt ist und dadurch nicht diesen Schickimicki-Look hat. Und, obwohl man in einem großen Raum ist, trotzdem nicht das Gefühl hat, in einem größeren Club zu sein – und das es diesen besonderen Charme hat. Auch durch die Anordnung der Treppen, die wie ein Kolloseum wirken, ist die Stimmung bei guten DJ’s, die einen guten Job machen, einfach oft unglaublich – das liegt halt an den Treppen und an der Form des Mainfloors – hier ist Stimmung einfach viel, viel, viel besser als in den ganzen anderen Clubs.

Für viele Leute stellt der Club die Kirche von heute da – merkst du das bei euch selber?

– Meiner Meinung nach hängt’s vom Programm ab. Also es gibt Programme, da hat es nur mit dem DJ zu tun, der dann der Star ist. Da beten sie dann quasi den DJ oder den Liveact an aber im Club fühlen sie sich meiner Meinung nur wohl und mögen die Anlage aber es hat mehr mit der Person, die da vorne dann steht zu tun, als mit dem Club an sich – ich behaupte Mal, ohne den besonderen Act ist die Atmosphäre auch nicht so unglaublich.

Im Netz heißt es, dass ihr zwar die fettesten Acts in den Sektor holt, die Aufmachung der
Lonnyland-Party aber, wörtlich: „… latent an einen Horrortrip auf LSD erinnert & das Publikum nicht unbedingt jeden Geschmack trifft!“

– Naja, jeder hat seine eigene Meinung aber ich finde, da haben sie nicht verstanden um was es bei Loonyland geht und waren meiner Meinung nach auch schon länger nicht mehr da, weil das Publikum sehr alternativ ist. Es ist jetzt auch nicht so, dass unser Publikum in irgendeiner Weise brutal oder aggressiv wäre – Schlägerein gibt es bei uns z.B. überhaupt nicht. Es geht hier auch nicht um „Weiber anbaggern“, sondern darum, dass man hier wirklich hingeht um gemeinsam zu feiern und den DJ dann sozusagen „anzuhimmeln“.

Da haben sie wohl den Spirit von Loonyland komplett verfehlt. Hört man nicht so gerne aber naja…(lacht).

Was sind in nächster Zeit noch so deine persönlichen Highlights u.o. wo drauf dürfen wir schon jetzt gespannt sein?

– Auf jeden Fall die Zusammenarbeiten die jetzt anstehen werden, also Kooperationen mit wirklich starken Partnern, die es teilweise auch so noch nie in NRW gab. Das bezieht sich dann aber auf ein weites Spektrum der elektronischen Musik. Bei uns werden nämlich bald die ersten offiziellen Cocoon Nights stattfinden werden und es ist halt so, dass Cocoon die größten Minimal-Acts der Welt mehrfach hier im Jahr hinholen wird. Weiterhin werden auch Mougai & Friends hier anfangen ihre Partys zu veranstalten und Mougai wird dann auch große Acts einladen – klar, welche das sein werden besprechen wir noch mit ihm.

Sagen wir mal, dass Geld keine Rolle spielen würde: Welchen Act würdest du auf der Stelle klar machen?

– (wie aus der Pistole geschossen) Daft Punk! – aber natürlich mit entsprechender Show und nicht nur das die beiden Typen da auflegen, sondern eben auch alles, was dazu gehört und danach wahrscheinlich die Chemical Brothers.

Bootshaus | Auenweg 173 | 51063 Köln

Preise: Eintritt: ca. 10 € – bei großen Events etwas mehr, Bier 3 €

www.bootshaus.tv

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